+++ 03:11 "Diplomatisches Missverständnis": Kiew bemüht sich um Beilegung des Südkorea-Streits +++
Die Ukraine arbeitet ukrainischen Medienberichten zufolge an der Beilegung eines diplomatischen Streits mit Südkorea. Der Auslöser für die Unstimmigkeiten zwischen den Ländern war die öffentliche Bekanntgabe der Übergabe von zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen an Südkorea durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Das südkoreanische Präsidialamt fordert eine Entschuldigung und pocht auf die vereinbarte Geheimhaltung der Aktion. "Ich möchte dies nicht als Zwischenfall bezeichnen. Sagen wir, es ist ein diplomatisches Missverständnis", sagt Außenminister Andrij Sybiha einem Bericht des Nachrichtenportals nv.ua zufolge. Er hoffe, dass die Situation in naher Zukunft gelöst werde. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Soldaten.
Der russische Präsident Wladimir Putin sagt, westliche Unternehmen könnten ihre Vermögenswerte in Russland zurückerhalten, sollte sich "ein günstiges Szenario" ergeben. Putin bezieht sich auf die Entscheidung des russischen Staates, eine Reihe europäischer Unternehmen unter eine von Moskau als "vorübergehende externe Verwaltung" bezeichnete Aufsicht zu stellen. Russland habe aber nichts verstaatlicht, so Putin. "Ja, wir stellen bestimmte Unternehmen unter externe Verwaltung. Aber in einigen europäischen Ländern habe man einfach riesige russische Firmen beschlagnahmt, etwa in Deutschland.
Bundeskanzler Friedrich Merz wirft Russland die Bedrohung Europas vor. "Heute ist unsere kontinentale Friedensordnung durch den gewalttätigen Revisionismus aus Russland herausgefordert", sagt er beim Besuch des deutsch-niederländischen Korps in Münster. Moskau habe einen mörderischen Krieg in der Ukraine entfesselt und missachte und verachte Recht und Ordnung. "In der Ukraine steht auch die Sicherheit unseres Teils Europas, in dem wir leben, auf dem Spiel", betont der Kanzler. Deshalb sei man bereit für eine diplomatische Lösung, auch wenn Moskau nicht an den Verhandlungstisch kommen wolle. Deshalb unterstütze man aber die Ukraine auch gemeinsam in der Nato und "mit aller Kraft".
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ruft angesichts russischer Provokationen zu Gelassenheit und einer fortgesetzten Unterstützung der Ukraine auf. "Bleiben Sie ruhig, machen Sie weiter und unterstützen Sie die Ukraine weiterhin", sagt Rutte bei einem Besuch in Münster. Russland teste die Nato in ganz Europa mit Luftraumverletzungen, Sabotage und hybriden Angriffen. "Wir sehen zwar keinen unmittelbaren militärischen Angriff auf die Nato, aber wir müssen darauf vorbereitet sein, dass Russlands Kampagne feindseliger Aktionen gegen die Verbündeten andauern wird", erklärt der Nato-Chef. An die Adresse des russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet, sagt Rutte: "Er scheitert auf dem Schlachtfeld, und er scheitert dabei, uns einzuschüchtern."
Kremlchef Wladimir Putin kündigt die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren an. Zugleich gehe er davon aus, "dass dies angesichts des Vormarsches unserer Truppen viel früher geschehen wird", sagt Putin beim internationalen Waldai-Diskussionsforum in Moskau. Demnach verbleiben aktuell etwa elf Prozent der Region unter ukrainischer Kontrolle. Er wirft zudem Kiew vor, sinnlos Menschen für den Kampf um das ukrainische Staatsgebiet zu opfern. "Wenn der Verlust dieser Gebiete unvermeidlich ist, macht es dann Sinn, daran festzuhalten und dafür Menschen, ihre Sicherheit und ihr Leben zu opfern?", fragt der Präsident. Putin hatte in der Vergangenheit immer wieder ukrainische Orte wie Swjatohirsk oder Kupjansk für erobert erklärt, die weiterhin zum Teil recht deutlich unter ukrainischer Kontrolle stehen. Zuletzt hatten ukrainische Einheiten im Donezker Gebiet bei Lyman sogar Geländegewinne erzielt und Dutzende Quadratkilometer zurückgeholt. Zudem sind es vor allem russische Soldaten in großer Zahl, der in der Ukraine sterben oder verletzt werden. Experten sehen die deshalb Möglichkeit, dass der Kreml demnächst erneut Soldaten im großen Stil mobilisieren könnte.
Unbestätigten Berichten zufolge soll ein russischer Militärhelikopter im Bezirk Anninsky in der Region Woronesch abgestürzt sein. Die drei Crewmitglieder sollen dabei gestorben sein, heißt es in Telegramkanälen. Es soll sich um einen Helikopter des Typs Mi-8 handeln. Die Region Woronesch befindet sich direkt an der Grenze zur Ukraine. Über den Grund des Absturzes ist bisher nichts bekannt.
Drohnen schlagen nahe der Südbrücke in Kiew ein und legen den Verkehr zeitweise lahm. Verkehr und Metro werden vorübergehend gestoppt. Aufnahmen zeigen Rauch und Schäden. Kritische Schäden an der Brücke oder Verletzte melden die Behörden zunächst nicht.

