Attraktiv verfault: Pilze können schreiben und malen
Pilze - der neue Picasso? Darum geht es nicht bei dem ungewöhnlichen Versuch Schweizer Forscher. Sie wollen vielmehr mithilfe von Fäulnispilzen einheimische, eher unattraktive Hölzer für den Möbelbau aufwerten. Und ihnen gelingt es, Ahorn, Buche und Esche so eine schöne Maserung zu verpassen.
Fäulnispilze im Holz können so gesteuert werden, dass in der Holzmaserung Bilder wie ein Sonnenuntergang oder sogar Buchstaben entstehen. Dies gelang an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), die ihre Ergebnisse am Donnerstag vorstellte. Auf einem Holzstück ist das Bild einer im Meer untergehenden Sonne zu sehen, auf einem anderen sind die Buchstaben "E m p a" in etwas krakeliger Schrift wie bei Erstklässlern, aber dennoch gut zu lesen.
Hintergrund ist aber nicht, Pilze zum nächsten Pablo Picasso zu machen. Vielmehr untersucht das Team um Francis Schwarze, der im Bereich Zellulose und Holzwerkstoffe forscht, wie einheimische Hölzer für den Möbelbau aufgewertet werden können. Dem Team in der Schweiz gelang es, Laubhölzer wie Esche, Buche und Ahorn mit Pilzkulturen gezielt so zu behandeln, dass im Holz schöne Maserungen entstanden. Diese Baumarten werden bislang wegen ihrer unregelmäßigen Wuchsform, aber auch der als unattraktiv empfundenen Färbung wenig für Möbel verwendet.


