Deutsche Olympia-Bewerbung: Wer macht das Rennen?

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Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet heute über die deutsche Olympia-Bewerbung. Was Sie zur Abstimmung und der Konkurrenz wissen müssen - und wie es danach weitergeht.

FAQ Deutsche Olympia-Bewerbung München oder Rhein-Ruhr - wer macht das Rennen? Stand: 26.09.2026 • 06:00 Uhr

Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet heute über die deutsche Olympia-Bewerbung. Was Sie zur Abstimmung und der Konkurrenz wissen müssen - und wie es danach weitergeht.

Nach zuletzt mehreren gescheiterten Anläufen will sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Der Kandidat dafür soll an diesem Samstag auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Kurhaus Baden-Baden ausgewählt werden.

Im Anschluss wird das Ergebnis von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert offiziell verkündet.

Zur Wahl stehen inzwischen nur noch München und die Metropolregion Rhein-Ruhr mit Köln im Zentrum. Berlin hat seine Bewerbung kurz vor der Abstimmung zurückgezogen. Nach ihrem Wahlsieg hatte sich die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp gegen eine Kandidatur ausgesprochen. Sie kritisierte dabei die hohen Kosten der Bewerbung und stellte den Nutzen für Berlin in Zweifel. "Ich sehe keinen Vorteil", sagte sie.

Eine am Dienstag veröffentlichte Evaluierung des DOSB rechnete der Hauptstadt ohnehin die geringsten Chancen unter den Bewerbern zu. Davor war bereits Hamburg aus dem Rennen gegangen, nachdem die Bevölkerung im Mai gegen die Bewerbung votiert hatte.

Eine DOSB-Kommission hat die Olympia-Bewerbungen von KölnRheinRuhr, München und Berlin geprüft. NRW und München sind Kopf an Kopf. sportschau

Die Evaluierungskommission des DOSB sieht München minimal im Vorteil. Entscheidend ist aber die Abstimmung der Mitglieder. Dafür vergeben die olympischen Spitzenverbände, das DOSB-Präsidium und einige persönliche Mitglieder - darunter etwa Fußballnationalspieler Leon Goretzka - insgesamt 144 Stimmen.

Die Bekanntgabe vom Ergebnis können Sie übrigens live in der ARD verfolgen. Sie wird ab 13.45 Uhr im Ersten und bei der ARD-Sportschau im Livestream übertragen.

Die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) befürwortet eine deutsche Bewerbung. "Wir investieren mit ihr in die Zukunft unseres Landes", sagte Merz vorab. Auch die aktuellen Landesregierungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen haben ihre Unterstützung zugesagt.

Ein besonderes Anliegen ist die Kandidatur auch dem neuen Sportstaatsminister Ronald Rauhe, selbst Kanu-Olympiasieger von Tokio 2021. Bei seinem Amtsantritt Anfang des Monats forderte er eine Bewerbung, hinter der Sport, Politik und "vor allem die Menschen in unserem Land stehen". Rauhe warb dabei für eine "Generation Olympia" - "mit Kindern, die Vorbilder haben."

Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe hat keine politische Erfahrung, ist aber jetzt Staatsminister. Für den Sport dürfte das eine gute Nachricht sein. sportschau

Katar, Indien und die Türkei haben für 2036 bereits Interesse angemeldet. Beobachter rechnen zunächst den asiatischen Kandidaten gute Chancen zu, da die Spiele zuletzt mehrmals an westliche Metropolen vergeben wurden (Paris 2024, Los Angeles 2028, Brisbane 2032). Auch deshalb hat Deutschland sich bislang nicht auf ein konkretes Jahr festgelegt, in der Hoffnung, so seine Chancen zu erhöhen.

Beide deutsche Kandidaten werben mit nachhaltigen Spielen und setzen überwiegend auf bereits vorhandene Infrastruktur. Rhein-Ruhr will die Wettbewerbe dafür in der ganzen Region verteilen. Demnach könnten es mit mehr als 17 Millionen Tickets auch die zuschauerstärksten Spiele der Geschichte werden.

München wirbt auch mit kurzen Wegen und kann auf viel Erfahrung bei der Ausrichtung von Sportgroßereignissen verweisen. Erst vor wenigen Tagen wieder hat die Stadt den Zuschlag für das Fußball-Champions-League Finale 2028 und die Leichtathletik-WM 2031 bekommen. Die Segelwettbewerbe könnten übrigens in beiden Fällen nach Kiel oder Rostock-Warnemünde ausgelagert werden.

Durch das Großereignis erlebt Kiel einen Aufschwung. ndr

Deutschland hat bislang zweimal die Sommerspiele ausgerichtet, 1936 in Berlin und 1972 in München. Die Nazis missbrauchten das Weltereignis 1936 in erheblichem Maß zu Propagandazwecken. Eine neue deutsche Bewerbung für 2036, hundert Jahre danach, wird deshalb zum Teil kritisch gesehen. In jedem Fall käme ihr eine große historische Verantwortung zu, wie auch Bundespräsident Steinmeier vorab betonte.

München 1972 sollte eigentlich als die "heiteren Spiele" in die Geschichte eingehen, wurde aber durch ein Attentat auf das israelische Team überschattet. Elf Israelis und ein deutscher Polizist kamen dabei ums Leben.

Danach scheiterten mehrere deutsche Initiativen an der internationalen Konkurrenz oder am Widerstand der eigenen Bevölkerung.

Die finale Entscheidung über den Ausrichter 2036 hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für 2029 in Aussicht gestellt. Davor wird es einen Dialog mit den Bewerbern geben. Wann über 2040 und 2044 entschieden wird, ist noch nicht klar.

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 25.09.2026 | 09:00 Uhr

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