EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
Jahrelange Verhandlungen EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen Stand: 22.09.2026 • 11:58 Uhr
Die EU und die Philippinen haben sich im Grundsatz auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Die Vereinbarung soll für Unternehmen auf beiden Seiten neue Exportmärkte erschließen und Lieferketten stabiler machen.
Die Europäische Union und die Philippinen stehen laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem Abschluss eines Freihandelsabkommens. Es soll unter anderem Zölle auf beiden Seiten abbauen und den Marktzugang verbessern, wie die EU-Kommission mitteilte.
Das Abkommen geht nun in die juristische Detailarbeit und soll "in den kommenden Monaten" formal unterzeichnet werden.
Die Philippinen mit ihren 113 Millionen Einwohnern seien ein wichtiger Markt für EU-Exporteure. Europäische Unternehmen exportieren demnach besonders viele Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte. Unter anderem soll es zudem für Schweinefleisch aus der EU Zollerleichterungen geben.
Es gebe ein "riesiges Wachstumspotenzial", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. Er und die philippinische Handelsministerin Cristina Roque sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einem "wichtigen Meilenstein für beide Seiten". Nach EU-Angaben umfasst das geplante Freihandelsabkommen mehr als 97 Prozent des aktuellen Handelsvolumens. Das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten beläuft sich den Angaben zufolge derzeit auf rund 18 Milliarden Euro an Gütern und zehn Milliarden Euro an Dienstleistungen pro Jahr.
Sogar Gegner des Mercosur-Vertrags mit Südamerika zeigen sich vom Handelsabkommen der EU mit Indien angetan. mehr
Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sprach von einem "enormen Marktpotenzial". Das finale Abkommen müsse für "vollständige Zollsenkungen in allen Industriebereichen sowie die Öffnung der öffentlichen Beschaffungsmärkte" sorgen, forderte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die deutsche Wirtschaft erhofft sich zudem einen Zugang zu Rohstoffen von den Philippinen.
Im Jahr 2025 war die EU mit ihren 450 Millionen Einwohnern laut EU-Kommission der viertgrößte Handelspartner der Philippinen und machte 8,3 Prozent des gesamten Warenhandels des Landes aus. Der bilaterale Warenhandel habe sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro belaufen, während der Handel mit Dienstleistungen im Jahr 2024 10,3 Milliarden Euro erreicht habe.
Das Handelsabkommen mit Australien ist der nächste Deal in einer langen Liste der EU-Partnerschaften. mehr
Die EU und die Philippinen hatten schon 2016 Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen, sie aber im Jahr darauf auf Eis gelegt. Seit März 2024 laufen die Verhandlungen wieder.
Die EU bemüht sich wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und der angespannten Beziehungen zu China um alternative Handelspartner. In den vergangenen Monaten unterzeichnete sie bereits einen erweiterten Handelsvertrag mit Mexiko und schloss die Verhandlungen mit Indien ab. Ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ist seit Mai vorläufig in Kraft.
Die einen US-Zölle laufen aus, die nächsten sind bereits in den Startlöchern. Worauf die Maßnahmen beruhen. mehr
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Freihandelsabkommen zwischen EU und Philippinen | 22.09.2026 | 11:52 Uhr

