FAQ: So eng ist die EU schon mit Kanada verflochten
FAQ Handelsströme So eng ist die EU schon mit Kanada verflochten Stand: 17.09.2026 • 10:08 Uhr
Kanada als erstes "assoziiertes Mitglied" der EU soll weitere wirtschaftliche Vorteile bringen. Schon seit einiger Zeit wächst der Handel zwischen dem Land und der Europäischen Union deutlich. Worum geht es dabei?
Kanada ist der zweitgrößte Flächenstaat der Welt und eines der am dünnsten besiedelten Länder. Dennoch wird das Land - gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt - immer wieder knapp zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gezählt.
Das Land ist sehr rohstoffreich. Es gibt Bodenschätze wie Metalle (zum Beispiel Nickel, Kupfer Kobalt), seltene Erden oder Lithium. Diese Rohstoffe können deutsche Unternehmen gut gebrauchen, unter anderem für neue IT-Technik oder Elektroautos. Außerdem will Kanada eine nachhaltige Wirtschaft aufbauen. Der öffentliche Sektor investiert viel in "grüne" Technologien wie Wasserstoff oder die Elektromobilität - was für europäische Unternehmen Geschäftschancen eröffnet.
Hinzu kommt: Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen gelten laut deutsch-kanadischer Handelskammer als stabil. Das Bildungsniveau ist in Kanada sehr hoch. Es gibt sehr starke Universitäten und Unternehmen mit hoher Innovationskraft.
Engere Partnerschaft · Kanada bald EU-Mitglied? tagesschau24, 16.09.2026 • 20:15 Uhr Wie viel Handel betreibt die EU mit Kanada? Zusammengenommen bilden die Kanada und die Europäische Union einen sehr großen Wirtschaftsraum. Beide Länder tragen zusammen zu fast einem Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei, so die EU-Statistikbehörde Eurostat.
2025 belief sich der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und Kanada auf mehr als 140 Milliarden Euro. Allerdings ist das Handelsvolumen der europäischen Staaten mit den USA weitaus größer.
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Schaut man nur auf die Waren, dann belief sich der Wert des Handels zwischen Kanada und der EU im Jahr 2025 laut Europäischem Rat auf fast 82 Milliarden Euro. Für Kanada ist die EU der zweitgrößte Handelspartner. Insgesamt exportierte das Land im Jahr 2025 Waren im Wert von 32,9 Mrd. Euro.
Aus Sicht der EU belegt Kanada Platz zwölf der wichtigsten Handelspartner. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 48,9 Mrd. Euro aus EU-Staaten nach Kanada geliefert.
Bei den Dienstleistungen belief sich 2025 der Handelswert auf etwa 49 Mrd. Euro, dazu zählen EU-Einfuhren aus Kanada im Wert von 19,7 Mrd. Euro und EU-Ausfuhren nach Kanada in Höhe von 29,4 Mrd. Euro.
Zu den ausgetauschten Warengruppen gehören vor allem Maschinen und technische Anlagen. Außerdem werden chemische und pharmazeutische Erzeugnisse gehandelt. Aus der Europäischen Union kommen vor allem Fahrzeuge nach Kanada. Von dort bezieht die EU vor allem auch Rohstoffe aus dem Bergbau.
Bei den Dienstleistungen handelt es sich vor allem um berufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Hinzu kommen Telekommunikations- und Informationsleistungen.
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Das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen der EU und Kanada ist bisher nur vorläufig in Kraft getreten.
Die Verhandlungen zwischen den Vertragsstaaten wurden bereits im August 2014 beendet. Am 30. Oktober 2016 erfolgte die Unterzeichnung. Eigentlich sollten die Parlamente aller EU-Staaten schon längst darüber abgestimmt haben. Doch noch fehlt die finale Zustimmung von zehn EU-Mitgliedsländern, darunter Frankreich, Polen und Italien.
Unterzeichnung des CETA-Abkommens am 30.10.2016.
Bei dem Abkommen geht es um den Abbau von Zöllen und die Förderung von Investitionen und Dienstleistungen.
Mit der vorläufigen Umsetzung fielen zunächst 98 Prozent der Zölle weg. Der Abbau weiterer Handelshemmnisse sollte später folgen. Es gab Erleichterungen für Europäerinnen und Europäer, die in Kanada arbeiten möchten. Im Gegenzug konnten auch kanadische Unternehmen auf dem europäischen Markt für Dienstleistungen leichter aktiv werden.
Das führte zu einer Ausweitung des Handels und zu einer höheren Wirtschaftsleistung, wie Zahlen des Europäischen Rates belegen: Der Handel zwischen beiden Ländern wuchs demnach zwischen 2016 und 2026 um 81,2 Prozent. Allein das Bruttoinlandsprodukt der EU sei aufgrund des Abkommens um 3,2 Milliarden Euro gestiegen.
Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesthemen | 16.09.2026 | 22:15 Uhr


