Fünf neue Exzellenzuniversitäten in Deutschland gekürt
Förderung für Unis Das sind die Neuen in der Exzellenz-Runde Stand: 02.10.2026 • 17:04 Uhr
Drei neue Unis und zwei Hochschulverbünde dürfen sich jetzt Exzellenzuniversität nennen. Sie bekommen künftig deutlich mehr Geld für die Spitzenforschung. Für Studierende hat das allerdings eher einen indirekten Nutzen.
Die Universitäten in Freiburg, Jena und Köln sind zu sogenannten Exzellenzuniversitäten gekürt worden. Die Rhein-Main-Universitäten in Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie die TU Dortmund und die Uni Bochum ("Ruhr Innovation Lab") sind jeweils als Verbund bei der Förderung neu dabei. Das haben der Deutsche Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekannt gegeben.
Bewertet wurden unter anderem Forschungsleistungen, Zukunftsstrategien, internationale Vernetzung und die Frage, wie eine Universität ihre Stärken weiterentwickeln will. Die Bewerberunis wurden durch ein unabhängiges und internationales Expertengremium evaluiert. Dabei gilt als Voraussetzung, dass die Universitäten oder Univerbünde mindestens zwei Exzellenzcluster mitbringen - also besondere Forschungsbereiche, die im ersten Schritt der Exzellenzstrategie bereits als "exzellent" ausgewählt wurden und auch dafür schon besondere Fördergelder erhielten.
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Auch die schon einmal für eine Förderperiode ausgewählten Exzellenzunis mussten sich erneut dem Wettbewerb stellen. Zehn von elf bisherigen Elite-Unis haben diesen Härtetest geschafft und standen schon für die neue Förderperiode 2027-2033 fest. Nur die Uni Konstanz fiel aus der Exzellenzförderung, weil sie eines ihrer Exzellenzcluster verlor und somit die Voraussetzung nicht mehr erfüllen konnte.
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Für die Exzellenzstrategie stehen derzeit insgesamt rund 687 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Bund und Länder finanzieren das Programm gemeinsam, der Bund trägt dabei den Großteil der Kosten.
Die Förderung als einzelne Exzellenzuniversität bringt zehn bis 15 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Die Universitätsverbünde können mit 15 bis 28 Millionen Euro rechnen. Gemessen am gesamten Forschungsbudget großer Universitäten ist das oft aber nur eine kleine Summe. Trotzdem gilt die Förderung als enorm wichtig, weil sie oft weitere Forschungsmittel nach sich zieht.
Der eigentliche Wert liegt weniger im Geld als im Prestigesiegel "Exzellenzuniversität", das Gewinnerhochschulen auszeichnet. Sie bezeichnen sich dann auch gern als "Leuchttürme der Forschung". Der Titel wirkt weltweit wie ein Qualitätssiegel, dient dem Prestige und hilft den Unis und Verbünden, leichter Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher, Nachwuchswissenschaftler sowie internationale Kooperationen anzuziehen.
Das Fördergeld ist für neue Forschungsprogramme und die dafür benötigten Gebäude und Ausstattung vorgesehen. Dazu gibt es eine Servicepauschale für alles, was drumherum anfällt. Allerdings fließt das Geld zum Großteil in die Forschung und nicht in die Lehre. Studierende haben höchstens indirekt einen Nutzen daraus, an einer Exzellenzuniversität oder einem Exzellenzverbund zu studieren.
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Die Idee ist, besonders leistungsfähige Forschungsstandorte gezielt zu stärken und ihnen im internationalen Wettbewerb mehr Strahlkraft zu verschaffen. Hintergrund ist die Sorge, dass deutsche Universitäten im globalen Wettbewerb gegenüber Spitzenuniversitäten in den USA oder Großbritannien an Boden verlieren könnten.
Mit der Exzellenzstrategie sollen deshalb herausragende Forschungsverbünde und besonders starke Universitäten zusätzliche Unterstützung erhalten.
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In der allerersten Runde der Exzellenzinitiative 2006 wurden nur drei Exzellenzunis gekürt: die beiden Münchner Unis und der damals neue Zusammenschluss zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Bundesländer wollten aber langfristig deutlich mehr Universitäten auszeichnen. Deshalb ist das Programm ausgeweitet worden. So stieg die Zahl der Exzellenzstandorte zunächst auf neun, später auf elf.
Als 2019 das Nachfolgeprogramm der Exzellenzinitiative - die Exzellenzstrategie - ins Leben gerufen wurde, wurde der Kreis erneut erweitert. Auf maximal 15.
Kritik begleitet den Wettbewerb seit seiner Gründung. Kritiker, wie zum Beispiel der Soziologe Richard Münch von der Universität Bamberg, sagen, das Programm begünstige vor allem ohnehin starke Universitäten und vergrößere die Unterschiede innerhalb der Hochschullandschaft. Wer bereits erfolgreich sei, habe die besten Chancen auf weitere Millionenförderungen.
Außerdem sei das Verfahren extrem aufwändig und habe zu einem hohen Wettbewerbsdruck geführt. Die Universitäten und ihre Beschäftigten würden sich nun stärker an Prestige und Förderlogiken orientieren statt an wissenschaftlichen Fragestellungen.
Dieses Thema im Programm: BR24 Radio | Nachrichten | 02.10.2026 | 16:11 Uhrtagesschau.de | Entscheidungen über neue Exzellenzstandorte getroffen | 02.10.2026 | 17:00 Uhr
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