Macron will Ölhafen in Saudi-Arabien militärisch schützen
Schutz von Ölhafen am Roten Meer Macron will Saudi-Arabien militärisch unterstützen Stand: 25.09.2026 • 05:44 Uhr
Um die Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens zu schützen, kündigt Frankreich an, Militärgerät und Truppen ans Rote Meer zu schicken. Direkt in den Konflikt mit der Huthi-Miliz wolle er aber nicht einsteigen, sagte Präsident Macron.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will Soldaten und Verteidigungssysteme nach Saudi-Arabien entsenden. Wie er in einem Fernsehinterview sagte, solle damit die Ölinfrastruktur in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer geschützt werden. Es gehe aber nicht darum, sich in Konflikte einzumischen, betonte der Präsident.
In Yanbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges blockierte Straße von Hormus umgangen werden.
Zuletzt waren Yanbu und die Pipeline vermehrt zu Zielen der Huthi-Miliz im Jemen geworden. Macron sagte, die Einrichtungen in Yanbu seien bei den Huthi-Angriffen "stark beschädigt" worden. In den vergangenen Wochen übernahm die Miliz die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet.
Täglich könnten über Yanbu fünf Millionen Barrel (Fässer zu je 159 Liter) Rohöl verladen werden, sagte Macron. Eine solche Menge habe direkte Auswirkungen auf den Spritpreis. Wenn sich die Lage dort entspanne, werde man das zwei Tage später auch an niedrigeren Preisen an der Tankstelle merken, argumentierte er.
Macron machte in dem Interview keine genauen Angaben zur Zahl der französischen Soldaten, die nach Saudi-Arabien entsandt werden sollen. Auch präzisierte er nicht, welche militärischen Systeme dorthin entsandt werden sollen. Seine Erwähnung von Radareinrichtungen legt die Vermutung nahe, dass es bei dem Einsatz vornehmlich um Luftabwehr gehen dürfte. "Wir werden die Entwicklung beobachten und bei Bedarf handeln", sagte er auf die Frage nach der Entsendung von Kampfflugzeugen.
Das Land fordert Unterstützung von der EU - nachdem es kürzlich noch einen Alleingang ins Spiel gebracht hatte. mehr
Die international anerkannte Regierung des Jemens hat die Weltgemeinschaft zu stärkerer Unterstützung im Kampf gegen die Huthi-Miliz aufgerufen. Der Jemen sei in der Lage, die von der Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi von Jemens Präsidialrat bei der UN-Generaldebatte.
Dazu müsse jedoch der Zufluss von Waffen und Technologien an die Huthi gestoppt und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes gestärkt werden. Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, sagte al-Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen nicht möglich.
Zu Beginn der Woche hatte sich auch Großbritannien bereit erklärt, Saudi-Arabien militärisch gegen die Huthi-Angriffe zu unterstützen. Italien hatte sich für ein Engagement der EU im Roten Meer ausgesprochen.
Die Huthis und ihr Angriff auf die Weltwirtschaft tagesschau24, 24.09.2026 • 20:15 Uhr Macron Frankreich Saudi-Arabien Huthi Rotes Meer Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Italien fordert europäische Verstärkung für das Rote Meer | 20.09.2026 | 12:55 Uhrtagesschau24 | Nachrichten | 24.09.2026 | 20:15 UhrNDR Info | Nachrichten | 25.09.2026 | 05:00 UhrDas Erste | tagesschau | 25.09.2026 | 05:30 Uhr

