Marktbericht: DAX dürfte zum Wochenschluss zurückfallen
Marktbericht Kursverluste erwartet DAX dürfte zum Wochenschluss zurückfallen Stand: 18.09.2026 • 07:46 Uhr
Zumindest der Start dürfte für den DAX heute holprig verlaufen. Dabei sollten sinkende Ölpreise eigentlich stützen. Auch die Vorgaben aus den USA und Asien fallen stark aus - aber die Verunsicherung bleibt hoch.
Gestern war der DAX mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 25.716 Punkten aus dem Handel gegangen. Sinkende Ölpreise hatten für freundliche Stimmung gesorgt. Die Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve wurde gelassen aufgenommen. "Die Anleger fanden es beruhigend, dass die Fed angesichts der lauten Forderungen Donald Trumps nach niedrigeren Zinsen standhaft blieb, was die Glaubwürdigkeit der Fed stärkt", sagte Susannah Streeter, Chef-Anlagestrategin bei Wealth Club.
Vom Rohstoffmarkt kommen aktuell zumindest keine weiteren negativen Signale. Die Hoffnung auf alternative Lieferwege für Öl aus dem Nahen Osten sorgt für eine leichte Entspannung, die Ölpreise sinken zum dritten Mal in Folge. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 103,94 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent schwächer bei 101,15 Dollar.
Allerdings stellt sich die Frage, welche Bedeutung den Bewegungen am Ölmarkt noch beizumessen ist. Die US-Großbank JP Morgan hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges keine klare Prognose mehr für die Ölmärkte.
"Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen", schrieben die Analysten der Bank in einer Studie. Sechs Monate nach Beginn des Konflikts seien viele wirtschaftliche rote Linien überschritten worden, ohne dass eine Lösung in Sicht sei.
Die Vorgaben aus Asien und den USA fallen freundlich aus. Nachlassende Ölpreise und robuste Arbeitsmarktdaten hatten der Wall Street Auftrieb gegeben. Die Anleger griffen vor allem bei Technologie-Werten zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 51.778 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 1,1 Prozent auf 7.638 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,7 Prozent auf 26.418 Punkte.
In Asien legt der Nikkei zur Stunde um fast zwei Prozent zu. Die Erholung der Technologietitel zieht auch in Japan den Leitindex nach oben. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Bank of Japan (BOJ), die ihren Leitzins wie erwartet auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,25 Prozent anhob. "Entscheidend für die Märkte ist nicht nur, ob die BOJ die Zinsen anhebt, sondern auch, wie sie dies tut und wie Gouverneur Kazuo Ueda den weiteren Weg kommuniziert", sagte Währungsstratege Michael Wan von MUFG.
Die Wachstumsaussichten hellen sich auf, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Industrie. Der BDI erhöht seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr. Die deutsche Wirtschaft soll in diesem Jahr um ein Prozent wachsen. Bisher hatte der BDI ein Plus von 0,6 Prozent erwartet. Auch Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Erwartungen für 2026 zuletzt erhöht, zeigten sich aber optimistischer als nun der BDI.
Die Auftragsbücher deutscher Industrieunternehmen sind so voll wie noch nie. mehr
Der BDI weist darauf hin, dass vor allem staatliche Ausgaben das Wachstum treiben würden, also Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Private Investitionen blieben dagegen schwach.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | DAX-Ausblick, BDI-Wachstumsprognose, Bank of Japan | 18.09.2026 | 6:42 Uhr