Marktbericht: Positive Vorzeichen könnten DAX beflügeln
Marktbericht Tech-Rally in den USA Positive Vorzeichen könnten DAX beflügeln Stand: 06.10.2026 • 07:29 Uhr
Der deutsche Leitindex könnte etwas positiver in den Tag starten. Gute Vorzeichen dafür kommen aus den USA: Dort hat der Tech-Index Nasdaq gestern ein Rekordhoch erzielt.
Der deutsche Leitindex könnte heute optimistisch in den Tag starten: Der Broker IG taxiert den DAX zur Stunde 0,3 Prozent im Plus, bei 25.323 Punkten. "Die Stimmung der Anleger bleibt wankelmütig wie eine Wetterfahne", schrieb Timo Emden, Chefmarktanalyst vom Handelshaus CapTrader und fuhr fort: "Die Investoren hangeln sich von Signal zu Signal und suchen nach einem verlässlichen Navigationspunkt zwischen Inflationssorgen, geldpolitischen Unwägbarkeiten und politischen Fragezeichen in der Eurozone."
Gestern war der deutsche Aktienmarkt noch kaum von der Stelle gekommen. Der Leitindex DAX schaffte nach einem durchwachsenen Handelsverlauf noch ein Plus von 0,1 Prozent auf 25.254 Punkte.
Eine Belastung bleiben die anhaltend hohen Renditen für längerfristige US-Staatsanleihen, die in der Nähe von Mehrjahrzehnthochs verharrten. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe lag zuletzt bei 5,328 Prozent. Sorgen bereiteten vor allem die steigende Schuldenlast in den USA, umfangreiche Anleiheemissionen und die hohen Energiekosten.
Auch die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen bleiben hoch, lagen gestern aber unter dem Höchststand vom Freitag von 4,993 Prozent. Die Prämie, die Anleger für das Halten französischer zehnjähriger Anleihen gegenüber Bundesanleihen verlangen, war am Freitag auf über 150 Basispunkte hochgeschnellt.
Sorgen bereitete vor allem Frankreichs steigende Verschuldung und die politische Blockade im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Der Haushaltsentwurf der französischen Regierung für 2027 hatte vergangene Woche umstrittene Ausgabenkürzungen und Sparmaßnahmen enthalten. Anleger zeigten sich jedoch skeptisch, ob die Regierung ihr Defizit vor den Wahlen 2027 in den Griff bekommt.
Politische Unsicherheiten in Frankreich und Spanien haben den jüngsten Kursverfall des Euro beschleunigt. mehr
"Und was wir an den Anleihemärkten sehen, wirkt sich auf den Euro aus", sagte Kathleen Brooks, Analystin beim Broker XTB. Die Gemeinschaftswährung steht aktuell unter Druck: Nachdem der Euro im vergangen Monat bereits um etwa 2,5 Prozent gefallen ist, rutschte er am Montag zeitweise um bis zu 0,8 Prozent auf 1,1162 Dollar ab.
Positive Vorzeichen für den heutigen Handelstag kommen aus Übersee: Eine von Technologiewerten getragene Rally an der Wall Street hat den asiatischen Börsen am Dienstag Auftrieb gegeben. Der japanische Nikkei-Index legte um 0,7 Prozent zu. Die Börse in Schanghai blieb feiertagsbedingt geschlossen.
"Die Rally am Markt wurde einmal mehr von der Technologie angeführt", sagte Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com. Die nachlassende Unsicherheit über die Zinsen und eine leichte Entspannung bei den geopolitischen Risiken hätten es den Anlegern ermöglicht, sich auf das außerordentliche Gewinnwachstum der KI-Unternehmen zu konzentrieren. Vor Wochenschluss hatten schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt die Erwartungen gedämpft, dass die US-Notenbank noch in diesem Monat die Zinsen anheben könnte.
Vor allem große Technologiewerte gaben gestern im US-Handel den Ton an: Die Aktien von Nvidia kletterten erneut um rund zwei Prozent. Die Anteilsscheine von Meta Platforms, Microsoft und Tesla legten zwischen 1,3 und rund zwei Prozent zu.
Angetrieben von Kursgewinnen bei Tech-Schwergewichten hat der US-Technologieindex Nasdaq am Montag ein neues Rekordhoch erzielt. Er ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 27.477 Punkte aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte machte anfängliche Verluste im Handelsverlauf wett und zeigte sich leicht fester bei 51.267 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann ebenfalls an Fahrt und zog um 0,7 Prozent auf 7.773 Zähler an.
Anleger blickten zudem auf die Übernahmepläne des französischen Technologiekonzers Schneider Electric: Er hat die Übernahme des US-Softwareunternehmens PTC für mehr als 20 Milliarden Euro angekündigt - es ist die größte Übernahme in seiner Geschichte. Schneider Electric zahle 22,6 Milliarden Dollar (20,1 Milliarden Euro)in bar, teilte der Konzern am Montag mit. Die Übernahme schaffe ein "führendes, umfassendes Software- und KI-Unternehmen", erklärte Schneider-Electric-Chef Olivier Blum.
Die Aktien von PTC schossen um gut ein Drittel nach oben, nachdem der französische Konzern Schneider Electric ein Kaufangebot über 22,6 Milliarden Dollar vorgelegt hatte. In Paris stieß die Offerte Anlegern dagegen sauer auf. Der französische Technologiekonzern büßte rund zehn Prozent ein.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Börse: DAX-Ausblick, Anleiherenditen, Tech-Rally | 06.10.2026 | 06:14 Uhr

