Marktbericht: Stoppt der DAX seine Verlustserie?
Marktbericht Ölpreise und Anleihen Stoppt der DAX seine Verlustserie? Stand: 25.09.2026 • 07:57 Uhr
Dem deutschen Leitindex winkt ein versöhnlicher Wochenabschluss. Dafür könnten neue Konjunkturdaten sorgen. Doch der hohe Ölpreis bleibt eine Belastung und facht die Inflationsangst an.
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Handelsstart an der Frankfurter Börse ein halbes Prozent höher auf 25.402 Punkte. Damit würde es der DAX auch auf Wochensicht zurück ins Plus schaffen, nachdem er mit 25.164 Punkten zwischenzeitlich auf das Niveau von Ende Juli zurückgefallen war.
Am Donnerstag noch hatten sich Anlegerinnen und Anleger pessimistisch gezeigt. Der DAX beendete den Handel 0,6 Prozent im Minus bei 25.267 Punkten. Insbesondere der gestiegene Ölpreis belastete. "Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten, die den Rückgang des Ölpreises Mitte September getragen hatten, sind vorerst verflogen", heißt es in einer Einschätzung der Dekabank zum Ölmarkt.
Grund ist die Warnung eines iranischen Vertreters, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch mehr Regionen übergreifen könnte. Um die Versorgung des Weltmarktes mit Öl aus Saudi-Arabien zu unterstützen, wird Frankreichs Militär ein wichtiges Ölterminal des Königreichs am Roten Meer schützen. Dafür würden Soldaten, Radarsysteme und Systeme zur Verteidigung in die Hafenstadt Yanbu geschickt, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron am Abend. Auch Großbritannien hatte sich bereit erklärt, Saudi-Arabien militärisch zu helfen.
Direkt in den Konflikt mit der Huthi-Miliz wolle er aber nicht einsteigen, sagte Präsident Macron. mehr
Im Fokus bei Investoren steht zudem der Anleihemarkt. Dort findet gerade ein Ausverkauf statt. Im Gegenzug sind die Renditen von langlaufenden Staatsanleihen so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das heißt, Anleihen werden als Anlageform wieder attraktiver und das Schuldenmachen für Staaten teurer.
Das bremste auch die Wall Street in New York aus. Die großen Aktienindizes schlossen uneinheitlich. Die asiatischen Märkte bleiben dagegen am Morgen robust.
Die Konsumforscher der GfK veröffentlichen heute ihre Prognose für Oktober. Die monatliche Umfrage gilt als wichtiger Indikator für Verbraucherausgaben und die Konjunktur. Experten rechnen damit, dass sich die deutsche Verbraucherstimmung weiter verschlechtern könnte - auch wegen der gestiegenen Energiepreise.
An der Börse werden zudem neue Konjunkturdaten aus den USA erwartet, unter anderem Zahlen zum Auftragseingang langlebiger Güter. Dazu kommen Prognosen zur US-Konjunktur und Inflation von der University of Michigan.
Wirtschaft vor acht vom 24.09.2026 Anja Kohl, HR, Das Erste, 24.09.2026 • 19:55 Uhr Tankrabatt soll kommen Angesichts der gestiegenen Spritpreise in Folge des Iran-Kriegs schauen Börsenprofis heute auch nach Berlin. Dort soll der neue Tankrabatt zuerst im Bundestag und gleich danach im Bundesrat beschlossen werden. Er würde dann von Anfang Oktober bis Ende Dezember gelten und die Spritpreise um 17 Cent je Liter Diesel und Benzin drücken.
Ökonomen beweifeln jedoch den neuen Anlauf und kritisieren den Tankrabatt als wenig zielgenau und zu teuer. Mit Blick auf den Klimaschutz sei die Maßnahme ebenfalls problematisch, sagt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Wer Sprit künstlich verbilligt, schwächt den Anreiz zum Einsparen", so die Umweltökonomin.
Mit einem erneuten Tankrabatt will die Bundesregierung die Spritpreise möglich schnell senken. mehr
Wegen einer überraschend geringen Nachfrage schraubt HelloFresh seine Jahresziele herunter. Der Umsatz werde voraussichtlich um neun bis elf statt um drei bis sechs Prozent schrumpfen, teilte der Essenslieferant mit. Die Prognose für den operativen Gewinn sinke auf 350 bis 370 von 375 bis 425 Millionen Euro. Die Neukundengewinnung sei in den vergangenen Wochen wegen gekürzter Marketingausgaben hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Der KI-Entwickler Anthropic bittet seine Aktionäre einem Medienbericht zufolge um Zustimmung für eine neue Unternehmensstruktur, die den Gründern vor dem geplanten Börsengang die Kontrolle sichern soll. Firmenchef Dario Amodei und seine sechs Mitgründer sollen gemeinsam 50,1 Prozent der Stimmrechte erhalten, berichtete das Technologieportal "The Information" unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.
Die neue Regelung sei einer Struktur bei der Softwarefirma Palantir nachempfunden. Die Gründer sollen dafür eine spezielle Aktiengattung bekommen, die ihnen bei den meisten Entscheidungen die Kontrolle sichert. Anthropic reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Der französisch-deutsche Flugzeugbauer hat nach eigenen Angaben einen Qualitätsmangel bei seinen A321neo-Flugzeugen festgestellt, der die Korrosionsbeständigkeit in der Rumpfstruktur verringern könnte. Es handele sich dabei jedoch nicht um ein Sicherheitsproblem, weshalb die Maschinen weiter betrieben werden könnten, teilte Airbus am späten Donnerstagabend mit. Insidern zufolge sind etwa 500 Flugzeuge betroffen, von denen sich rund die Hälfte bereits im Einsatz befindet und die übrigen noch produziert werden.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Börse 06.45 Uhr: Ölpreis & Anleihemarkt im Fokus | 25.09.2026 | 07:40 Uhr
