Nach Angriffen auf Öl-Infrastruktur: Saudi-Arabien unter Druck

Direct Source Verification: This story is aggregated from Tagesschau (tagesschau.de). Full reporting rights and copyright belong to the primary publisher.
Nach dem Huthi-Vormarsch und dem Angriff auf eine Pipeline wächst der Druck auf Saudi-Arabien - denn nach der Straße von Hormus ist nun auch die Ausweichroute für Ölexporte vorerst nicht nutzbar. Von den USA kommt keine Hilfe. Von A. Osius.

Huthi-Vormarsch und beschädigte Pipeline Saudi-Arabien unter Druck Stand: 13.09.2026 • 17:56 Uhr

Nach dem Huthi-Vormarsch und dem Angriff auf eine Pipeline steht Saudi-Arabien unter Druck - denn nach der Straße von Hormus ist nun auch die Ausweichroute für Ölexporte vorerst nicht nutzbar. Von den USA kommt keine Hilfe.

Wenn man Donald Trump glauben möchte, dann gibt es am Golf bald keine Probleme mehr: Alles werde gut und schön verlaufen, erklärte der US-Präsident am Wochenende. Die Huthi hätten ihn angerufen und versprochen, nicht gegen ihn zu kämpfen.

Damit scheint sich für Trump dieses Problem vorerst erledigt zu haben. Was die Eskalation für die engen Verbündeten am Golf, vor allem für Saudi-Arabien bedeutet? Für Trump offensichtlich Nebensache.

Innerhalb weniger Tage haben die Huthi die Westküste des Jemen erobert - und damit die Kontrolle über die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Damit ist nach der Straße von Hormus die nächste Meerenge unter - wenn auch indirektem - Einfluss Irans. Denn die Huthi gelten als iranische Verbündete.

"Die Kontrolle über Bab al-Mandab ist für Iran und Huthi ein enormer Vorteil", sagt Adam Baron vom US-amerikanischen Think Tank The New America Foundation bei France 24. Wie die Straße von Hormus sei auch Bab al-Mandab ein Nadelöhr für die Schifffahrt. "Wenn beide Gruppen in der Lage wären, den Schiffsverkehr sowohl im Roten Meer als auch im Golf wirksam zu stören, wäre das ein gewaltiges Druckmittel."

Auch wenn die Huthi zunächst zugesichert haben, keine internationalen Schiffe anzugreifen - für einen Akteur ist die Lage jetzt schon eine Katastrophe: Saudi-Arabien.

Der größte Ölexporteur der Welt Saudi-Arabien hat eine Reihe von Problemen. Welche Folgen hat das für Deutschland? mehr

Zahlreiche Frachter mit saudischem Öl passierten bislang die Meerenge Bab al-Mandab und werden jetzt daran gehindert. Die Saudis konnten nach Beginn des US-Iran-Kriegs eine Ausweichroute für den Ölexport entwickeln: Das Öl wurde via Pipeline zum Roten Meer gepumpt, dann am Hafen Yanbu verschifft und durch Bab al-Mandab vor allem Richtung Asien transportiert.

Damit ist nun in doppelter Hinsicht Schluss: die Meerenge unter Huthi-Kontrolle, die Pipeline nach Yanbu gleichzeitig unter Beschuss. Denn aus dem Irak beschossen mutmaßlich pro-iranische Milizen am Wochenende die Pipeline. Saudi-Arabien stellte daraufhin aus Sicherheitsgründen, wie es hieß, den Öl-Transport via Pipeline ein.

"Iran hat seine Strategie geändert", sagt Ibrahim Freihat, Professor für internationale Konflikte am Doha Institut in Katar, bei Al Jazeera. Das neue Motto: Angriff sei die beste Verteidigung. "Iran hat Medienberichten zufolge einen Teil seines Einflusses an der Straße von Hormus verloren. Daher will er das durch eine Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region kompensieren." Die Gleichzeitigkeit der Angriffe sei wohl kein Zufall: der Vormarsch der Huthi am Bab al-Mandab und der Angriff auf die saudische Ölpipeline.

Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die die Öl- und Benzinpreise weiter steigen lasse könnte. mehr

Die Folgen für die Weltwirtschaft sind besorgniserregend, ist Saudi-Arabien doch der weltweit größte Ölexporteur. Droht der nächste Ölpreis-Schock? Die Ölpreise sind bereits deutlich gestiegen.

Saudi-Arabien steht politisch zunehmend unter Druck - und fühlt sich vom einstigen engen Partner USA allein gelassen. Kronprinz Mohammed bin Salman soll Trump in den vergangenen Tagen Medienberichten zufolge um Hilfe gebeten haben, erfolglos.

Ausgerechnet in dieser angespannten Gemengelage kommt nun das Gesprächsangebot von Seiten Irans: Man wolle mit den Golfstaaten, Oman und Irak über die Straße von Hormus verhandeln. Bahrain erklärte bereits, nicht teilzunehmen. Hofft Iran so, eine Lösung für Hormus zu finden, die an den USA vorbei verhandelt wird? Damit die Blockade auch für Iran irgendwann endet? Wenn sich die Golfstaaten auf das Gesprächsangebot mit Iran einlassen, düpieren sie die USA.

Andererseits: Trump hat ja offenbar ohnehin wenig Interesse einzuschreiten, nachdem er den Konflikt im Februar angezettelt hat. Hauptsache, es verläuft am Ende alles gut und schön.

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Vormarsch der Huthi, Pipeline beschossen: Saudi-Arabien und Ölmarkt unter Druck | 13.09.2026 | 16:44 Uhr

Original Source
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/saudi-arabien-huthi-oelpreis-100.html
Visit Tagesschau ↗
SHARE STORY:
𝕏 f in

Related Coverage in Business