Netanjahu-Rede bei UN - Dutzende Diplomaten verlassen Saal

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Eklat bei den Vereinten Nationen: Als Israels Premier ans Rednerpult trat, verließen Dutzende Diplomaten den Saal. Netanjahu reagierte scharf - und verteidigte die Kriege in Nahost.

UN-Generaldebatte Diplomaten verlassen Saal bei Netanjahu-Rede Stand: 24.09.2026 • 21:51 Uhr

Israels Premierminister Netanjahu hat vor den Vereinten Nationen gesprochen. Noch bevor seine Rede begann, verließen zahlreiche Diplomaten den Raum. Netanjahu reagierte scharf - und verteidigte seine Kriege.

Bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York haben Dutzende Diplomaten unmittelbar vor Beginn einer Rede des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu den Saal verlassen. Als er ans Mikrofon trat, waren Buhrufe zu hören - aber auch Applaus.

Netanjahu bezeichnete die Delegierten, die den Raum verlassen hatten, als "moralische Feiglinge" und forderte Gleichgesinnte auf, ebenfalls zu gehen. Israel verteidige viele der Länder, deren Vertreter den Raum verlassen hätten.

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Mit Blick auf die militärischen Auseinandersetzungen seines Landes betonte der Regierungschef: "Wir werden gewinnen, wir haben keine andere Wahl." Den Angriff auf Iran nannte Netanjahu "eine der leichtesten Entscheidungen", die er je habe treffen müssen. "Hätten wir es nicht getan, wären wir alle tot", so Netanjahu.

Mit Blick auf das Regime in Teheran rechnet er eigenen Angaben zufolge mit einem Sturz der iranischen Führung. "Eines Tages - und dieser Tag ist vielleicht gar nicht mehr so fern - wird das iranische Volk frei sein."

Er habe sich geschworen, Iran daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln. Das habe er getan. Inwieweit das iranische Atomprogramm aber tatsächlich geschwächt ist, bewerten die Internationale Atomenergie-Behörde, Geheimdienste und Experten unterschiedlich. Im nicht klassifizierten Jahresbericht der US-Geheimdienste stand etwa, es habe keinen Hinweis auf eine politische Entscheidung zum Bau einer Atombombe in Iran gegeben.

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Netanjahu verteidigte auch den Krieg in Gaza. Genozid-Vorwürfe wies er als "größte Lüge des Jahrhunderts" zurück. Israel habe keinen Völkermord begangen - "Israel hat einen Völkermord verhindert". Hätte Israel die islamistische Terrororganisation Hamas nicht gestoppt, hätte diese jeden einzelnen von ihnen getötet.

In diesem Zusammenhang griff er auch den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani scharf an. Netanjahu bezeichnete Mamdani als "antisemitischen Bürgermeister von New York." Er unterstellte ihm außerdem, versucht zu haben, seinen Besuch in New York zu verhindern und ihn zum Schweigen zu bringen. "Nun, Sie können mich nicht zum Schweigen bringen. Sie können die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen", sagte der israelische Regierungschef.

Mandami hatte zuvor zu Protesten gegen Netanjahu aufgerufen. Tatsächlich versammelten sich zahlreiche Menschen rund um das UN-Gelände in New York, während Netanjahu sprach. Dabei seien auch mehrere Menschen in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Polizei NYPD.

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Darunter waren Medienberichten zufolge auch die Schauspielerinnen Susan Sarandon, Cynthia Nixon und Hannah Einbinder. Die NYPD wollte die Namen zunächst nicht bestätigen, die Managements der Schauspielerinnen äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht.

Netanjahu steht international für seine Kriegsführung in Gaza in der Kritik. Der Internationale Strafgerichtshof hat wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einen Haftbefehl gegen den Regierungschef erlassen.

Die islamistische Hamas und Terroristen anderer extremistischer Organisationen hatten während des Massakers am 7. Oktober 2023 mehr als 1.200 Menschen ermordet und 250 Geiseln aus Israel in den Gazastreifen verschleppt. Der beispiellose Angriff löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73.000 Palästinenser getötet. In der Statistik wird nicht zwischen Zivilisten und bewaffneten Kämpfern unterschieden.

Dieses Thema im Programm: Tagesschau.de | UNGA26 Netanjahu Völkermord-Vorwurf "größte Lüge des Jahrhunderts" | 24.09.2026 | 21:45 Uhr

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https://www.tagesschau.de/ausland/asien/netanjahu-kritik-un-generaldebatte-100.html
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