Solidarität mit Jane Doe: "Es geht um unsere Körper, um unsere Leben!"

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Seit Tagen sorgt eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in den USA für Schlagzeilen. Der Fall ist zwei Jahre her. Die mangelhafte Aufklärung macht Studierende der Cornell University wütend. Von M. Ganslmeier.

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung "Es geht um unsere Körper, um unsere Leben!" Stand: 06.10.2026 • 09:30 Uhr

Seit Tagen sorgt eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in den USA für Schlagzeilen. Der Fall ist zwei Jahre her. Die mangelhafte Aufklärung macht Studierende der Cornell University wütend.

Mehr als Tausend Studentinnen und Studenten haben sich auf dem Gelände der Cornell University versammelt. Viele von ihnen tragen violette Schleifen als Zeichen der Solidarität mit "Jane Doe". So nennt sich das Opfer der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung, weil sie anonym bleiben will, da die Frau um ihre Sicherheit fürchtet.

"Alles an diesem Vorfall ist sehr emotional für uns", sagt eine der protestierenden Studentinnen: "Es geht um unsere Körper, um unsere Leben, um alles. Es ist wirklich schwer, hier zu sein."

Der Zorn der Studierenden richtet sich gegen die mutmaßlichen Täter: sieben Verbindungsstudenten, von denen einige behaupten, sie hätten sich an der Gruppenvergewaltigung nicht beteiligt. Andere sagen, es sei einvernehmlicher Sex gewesen.

Was wirklich vor zwei Jahren passiert ist, soll nun die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York ermitteln. Der Physik-Student Lewis Holland sieht eine Mitschuld bei den Studentenverbindungen: "Sie fördern eine toxische Männlichkeit", sagt er, "und sie betrachten Frauen als Objekte".

Der Wut der Studierenden richtet sich auch gegen die Universtätsleitung. Auf einem Transparent fordern sie den Rücktritt.

Fast noch wütender sind die Demonstrierenden aber auf die Universitätsleitung: "Sie tut nichts, um die wehrlosen Opfer zu beschützen", kritisiert Grace aus New Jersey, "dagegen kommen die Vergewaltiger straffrei davon. Die Leitung will doch nur das Image der Uni schützen."

Studentin Hannah findet schlimm, dass einige der mutmaßlichen Vergewaltiger noch immer an der Elite-Uni studieren. Dagegen musste Jane Doe Cornell verlassen, weil sie nicht länger ertragen konnte, mit jenen zu studieren, die ihr solches Leid zugefügt hatten. "Ich weiß, dass Jane Doe sehr hart arbeiten musste, um sich das Studium hier leisten zu können", sagt Hannah: "Und dann geschieht ihr so etwas Schreckliches. Das ist fürchterlich!"

Nicht nur Studentinnen protestieren. Eine Studentin hat ihren Freund mitgebracht. Er sagt: "Dies ist ein Problem, das uns alle als Menschen bewegen sollte. Denn jeder, den Du kennst, könnte davon betroffen sein."

Seine Freundin sagt, er sei freiwillig zur Demo gekommen: "Hätte ich ihn bitten müssen, wäre er nicht mein Freund. Er wollte selbst hierher kommen. So ist er nun mal."

Nach langer Funkstille äußerte sich am Wochenende auch der Präsident der Cornell-University, Michael Kotlikoff. Er versprach zuzuhören, zu lernen und besser zu kommunizieren. Viele Studierende nehmen ihm das nicht mehr ab. Zu lange habe die Uni-Leitung den Fall vertuscht. Sie fordern seinen Rücktritt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | ARD-Morgenmagazin | 06.10.2026 | 06:00 Uhrtagesschau.de | Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung – Protestdemo an US-Elite-Uni Cornell | 06.10.2026 | 08:21 Uhr

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https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/jane-doe-cornell-102.html
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