Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 18:00 Großteil russischer Getreide-Terminals wäre offenbar schnell einsatzbereit +++

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Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 18:00 Großteil russischer Getreide-Terminals wäre offenbar schnell einsatzbereit +++  n-tv.de

Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten. Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kiewer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha. Die ukrainische Hauptstadt war im Tagesverlauf mehrmals von russischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Bei Einschlägen in verschiedenen Gebäuden waren nach Angaben von Klitschko neun Menschen verletzt worden.

Das ukrainische Militär sendet per Drohnen Lebensmittel in die seit Monaten von der Außenwelt abgeschnittene Frontstadt Oleschky. Genau diese Hilfslieferungen für die eingeschlossene Bevölkerung sollen russische Truppen verhindern, wie das osteuropäische Medium Nexta berichtet. Russische Truppen würden die Drohnen abschießen, die Lieferungen beschlagnahmen oder weiterverkaufen und Bewohnerinnen und Bewohner festnehmen, die nach den Lieferungen suchen, zitiert das Medium den Regionalgouverneur Oleksandr Prokudin. Nach seinen Angaben sitzen momentan rund 2.000 Menschen, darunter fast 50 Kinder, in der Stadt fest ohne zuverlässigen Zugang zu Nahrung, Wasser oder Strom. In den sozialen Medien kursieren zudem Aufnahmen, die die Leichen von Bewohnern zeigen sollen, die angeblich durch Minen getötet wurden, während sie versuchten, Nahrung zu finden.

Bei russischen Angriffen auf die Hauptstadt Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch die Residenz des Botschafters von Saudi-Arabien beschädigt worden. "Allein heute und allein in Kiew haben russische Drohnen mit Strahltriebwerk zwei Kindergärten und zwei Schulen, ein gewöhnliches Wohnhaus, eine Autowerkstatt sowie mehrere Lagerhallen und Kommunikationseinrichtungen 'besiegt'", schreibt Selenskyj bei X. "Überall auf der Welt würde man diese Wahl der Ziele mit einem einzigen Wort bezeichnen: Terrorismus. Russland verfolgt damit keinerlei militärisches Ziel - es ist lediglich der Versuch, die Menschen zu brechen und unserer Gesellschaft größtmöglichen Schaden zuzufügen." Laut dem ukrainischen Staatschef hat das russische Militär seit gestern 277 Angriffsdrohnen verschiedener Typen eingesetzt, davon 155 mit Strahltriebwerk.

In Kiew ist eine russische Jet-Drohne in ein Wohngebäude eingeschlagen. Wie die Militärverwaltung der Stadt Kiew mitteilt, krachte die Drohne in ein Gebäude im Bezirk Darnyzkyj. Eine Frau wurde demnach verletzt. "Ersten Berichten zufolge hat eine Drohne im Bezirk Darnyzkyj ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen. Informationen zu möglichen Opfern werden derzeit geklärt", heißt es. Nach dem Einschlag brach in dem Gebäude den Angaben nach ein Feuer aus, das rasch auf alle Wohnungen oberhalb der Einschlagstelle im dritten Stock übergriff. Einige Fenster des Gebäudes seien herausgesprengt worden.

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die Hintergründe seines überraschenden Treffens mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow erläutert. Ein wichtiger Grund sei gewesen, dass Russland kürzlich am Leipziger Flughafen bewaffnete Drohnen eingesetzt habe. "Es ist zum Glück nichts Schlimmes geschehen", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Hier sei aber eine Grenze überschritten worden. Er habe klarmachen wollen, dass sich Deutschland widersetzen und wehren werde. Außerdem hätten ihn Entwicklungs- und Schwellenländer aus dem sogenannten Globalen Süden gebeten, mit Russland zu reden. Sie bekämen keine Getreidelieferungen mehr aus Russland und auch nicht aus der Ukraine. Deswegen drohten im Globalen Süden nun Hungersnöte. Es brauche für das Schwarze Meer einen Waffenstillstand, damit die Exporte wieder möglich werden.

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisiert das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul von der CDU mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht". Bei dem Treffen sei weder für die Ukraine etwas erreicht worden noch für die Sicherheit Deutschlands, beanstandete Kiesewetter. Im Gegenteil erlebten die zwischen Deutschland und Russland liegenden Staaten den "alten Albtraum" einer Kommunikation zwischen Berlin und Moskau über ihre Köpfe und den der Ukraine hinweg. Das Treffen hinterlasse den Eindruck eines deutschen Sonderwegs. "Die deutsche Außenpolitik hat damit leider nichts erreicht außer falschen Hoffnungen und Verwirrung", sagte Kiesewetter.

Polen bietet sich einem Bericht zufolge als Standort an für ein Werk zur Herstellung von Abfang-Raketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme - sofern die Ukraine die entsprechenden Fertigungslizenzen von der US-Regierung erhält. Das meldet das polnische Nachrichtenportal RMF24 unter Berufung auf eine Erklärung von Magdalena Sobkowiak-Czarnecka, Staatssekretärin im polnischen Verteidigungsministerium. Auf dem Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Polen befände sich die Anlage in einem relativ sicheren Territorium, so Sobkowiak-Czarnecka.

Russland nimmt im Krieg gegen die Ukraine weiter auch zivile Ziele ins Visier: In Sumy im Nordosten der Ukraine starben zwei Frauen beim Einschlag von Flugzeugbomben. Eine der Toten sei ein 16-jähriges Mädchen, berichten örtliche Medien auf Telegram. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden. Erst am Vortag waren bei einem russischen Luftangriff auf Sumy zwei Menschen ums Leben gekommen.

Die SPD trägt die überraschenden Gespräche von Bundesaußenminister Johann Wadephul von der CDU mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow mit. "Wir begrüßen das Treffen von Wadephul mit Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York", sagte der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović. Es brauche neben der humanitären, finanziellen und militärischen Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine auch verstärkt diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Deswegen sei dies ein wichtiger Schritt. Der "Rheinischen Post" sagte Ahmetović zudem, weitere Vorstöße in diese Richtung müssten folgen, auch in Absprache mit Frankreich und Großbritannien im sogenannten E3-Format.

Ukrainische Truppen haben nach Behördenangaben mit Lastdrohnen vier Tonnen Lebensmittel in die seit Monaten abgeriegelte Stadt Oleschky auf russischem Besatzungsgebiet im Süden gebracht. Russland halte in der Stadt etwa 2.000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. "Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben." In einem Video zeigte er den angeblichen Abwurf der Lebensmittel. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Nach UN-Angaben sind seit Mai keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt.

Das ukrainische Militär revolutioniert mit der "Operation Vivaldi" gerade die Kriegsführung: Mit Drohnen, Störsendern und Kampfrobotern rücken die ukrainischen Streitkräfte so bis zu 19 Kilometer hinter die Front der Russen vor. Mit schweren Drohnen fliegen die Ukrainer Bodenroboter in das gegnerische Gebiet. Diese sprengen sich vor Ort und unterbinden so Nachschub und Kommunikation. Dann setzen die Ukrainer mit Artillerie, Drohnen und weiteren Robotern nach, bevor kleine Infanterietrupps nachrücken - und so Gebiete zurückerobern.

Original Source
https://www.n-tv.de/politik/14-07-Moegliches-Treffen-von-Trump-und-Putin-Russland-hat-noch-keine-Entscheidung-gefaellt-id30859357.html
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