Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 21:00 Norwegens Premier: Selenskyjs Flieger nur knapp von Drohne verfehlt +++
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Russland angegriffen und beschädigt. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Facebook mitteilt, seien zwei Chemie-Fabriken in den Regionen Perm im Vorland des Ural und Samara im Südosten Russlands mit Drohnen attackiert worden. Zudem sei in Taganrog an der Küste des Asowschen Meeres eine Fabrik zur Herstellung von Drohnen getroffen worden. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden.
Der bulgarische Innenminister schließt Sabotage bei einem Brand in einem Munitionslager nahe Gabrowo nicht aus. Er spricht von einer möglichen "Einwirkung von außen" - nannte Russland aber nicht explizit. Das bulgarische Rüstungsunternehmen Emko beliefert die Ukraine. Innerhalb weniger Wochen kam es zu zwei Explosionen. Jedes Munitionslager in Bulgarien solle nun hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen kontrolliert werden, kündigt der Innenminister an.
Bei den jüngsten russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens drei Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Landesweit seien Schäden an Wohngebäuden und der Infrastruktur zu verzeichnen. Insgesamt seien zehn ukrainische Regionen von Angriffen betroffen gewesen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin beim diesjährigen G20-Gipfel in den USA bereiterklärt. "Wir müssen uns treffen, miteinander sprechen und Entscheidungen treffen", sagt Selenskyj in einem Interview mit der Deutschen Welle.
Aufgrund der fehlenden Flugabwehrraketen für Patriot-Systeme können russische ballistische Raketen derzeit nur vereinzelt von der Ukraine abgefangen werden. Einige ukrainische F-16-Jets fliegen in der Not lediglich mit Bordkanonen los - was bei Kampfeinsätzen unüblich ist. Auch die neuen düsengetriebenen Jet-Drohnen aus Russland bereiten der Ukraine vermehrt Sorgen: Einige Modelle aus der neuen Generation der sogenannten "Shaheds" erreichen bis zu 600 km/h. Sie sind damit fast um das Dreifache schneller als die ursprüngliche iranische Version. Nach ukrainischen Angaben hat Russland im August 3000 Stück davon eingesetzt, was auf einen bedeutenden Anstieg der Produktion hindeutet.
Die Drohne auf dem Leipziger Flughafen - welche Anfang August die ukrainische Antonow-Maschine erreicht hat - detonierte nicht, weil der Zünder abriss, berichtet "Die Welt" aus Ermittlerkreisen. Laut dem Medienbericht seien insgesamt rund 1,8 Kilogramm des Sprengstoffs Semtex verbaut gewesen - in einer Gemüsedose. Die Antonow-Maschine, die das Ziel des Anschlags gewesen war, hatte rund 25.000 Liter Kerosin im Tank. Wäre die Sprengladung detoniert, hätte sie nach Einschätzung der Ermittler Teile des Leipziger Flughafens zerstört. Die zwei anderen Drohnen erreichten das Flugzeug nicht.
Russland schickt nach eigenen Angaben eine Delegation zum bevorstehenden Treffen der G20-Energieminister in die USA. An dem Treffen von Montag bis Mittwoch in Houston im Bundesstaat Texas würden unter anderem Vertreter aus dem russischen Außen-, Energie- und Rohstoffministerium teilnehmen, teilt der für G20-Themen zuständige Botschafter Marat Berdjew bei Telegram mit. Washington hat kürzlich seine diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts wieder aufgenommen. Die G20-Gruppe besteht aus 19 Staaten sowie der EU und der Afrikanischen Union.
Im Juli und August hat die Ukraine massiv russische Öltanker und Frachter im Schwarzen Meer und Asowschen Meer angegriffen. Mittlerweile fahren dort nur noch wenige Schiffe. Die Einheit "Vögel von Magyar" meldet 16 erfolgreiche Angriffe im September. Im August sollen es noch 54 gewesen sein, im Juli 215. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. "Das Asowsche Meer ist streng abgeriegelt, ebenso wie die Straße von Kertsch. Im nördlichen und nordöstlichen Schwarzen Meer geht es angespannt zu", schreibt die Einheit auf X. Dazu teilt sie ein Video, in dem eine Drohne von einem Hubschrauber verfolgt wird, dessen Schüsse allerdings im Meer landen. Die Drohne trifft letztlich den bereits brennenden russischen Öltanker "Armada Leader":

