Video an Medien durchgestochen: Militäranwältin in Israel nach Folter-Skandal festgenommen
Wegen eines durchgesickerten Videos, das die Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen durch israelische Soldaten zeigt, tritt die oberste Militäranwältin des Landes zurück. Nun verkündet Polizeiminister Ben Gvir die Festnahme der Juristin - angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit.
Die am Freitag zurückgetretene ehemalige oberste Anwältin der israelischen Armee ist im Zuge von Ermittlungen wegen eines durchgesickerten Videos über die mutmaßliche Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen festgenommen worden. Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir gab die Festnahme der früheren Generalstaatsanwältin der Streitkräfte, Jifat Tomer-Jeruschalmi, auf Telegram bekannt. Er begründete diese mit einem angeblichen Suizidversuch der Militärjuristin.
Es sei "angesichts der Ereignisse der vergangenen Nacht" vereinbart worden, dass die Strafvollzugsbehörden "mit erhöhter Wachsamkeit" vorgehen würden, um die Sicherheit Tomer-Jeruschalmis "in der Haftanstalt, in der sie in Gewahrsam genommen wurde, zu gewährleisten", erklärte Ben Gvir. Tomer-Jeruschalmi war am Sonntag mehrere Stunden lang verschwunden, nachdem am Freitag ihr Rücktritt bekannt geworden war. Dies führte zu Spekulationen über einen möglichen Suizidversuch.
Der israelische Sender Channel 12 berichtete jedoch unter Berufung auf Vermutungen der Polizei, dass Tomer-Jeruschalmi keineswegs Suizid-Absichten gehabt habe. Vielmehr soll sie ihr Verschwinden inszeniert haben, um ihr Handy loszuwerden, das möglicherweise kompromittierende Informationen enthalten haben soll.

